Bringt uns Konkurrenz wirklich weiter?

 In LEBENSATHLET

Seit Charles Darwin uns die Theorie des „Überlebens des Stärkeren“ nahebrachte, sind wir zu Einzelkämpfern und Konkurrenten geworden. Das Industriezeitalter und die digitale Revolution haben uns zusätzlich erzogen, egoistisch, immer im Wettstreit mit anderen zu handeln. Herausgekommen sind bis ins letzte optimierte Spezialfertigkeiten.

Im Sinne umfassender, ganzheitlich menschlicher Fähigkeiten haben wir seit Jahrhunderten leider nichts dazu gelernt. Die Gesellschaften sind nicht humaner geworden.

Natürlich können wir uns auf ein – auf den ersten Blick – angenehmes Lebensumfeld berufen. Die angeblichen Errungenschaften dieser Lebenseinstellung waren lange offensichtlich. Aber waren sie es wert?

Ein Großteil der Welt leidet unter Krieg, Hunger und Armut, damit ein kleiner Teil maßlos leben kann. Haben wir als Menschheit dann nicht versagt?

Hungersnöte, Epidemien, Naturkatastrophen, auch kein Klimawandel haben gereicht, uns zum Umdenken zu bewegen. Jetzt ist es ein kleines Virus, das uns „geschickt“ wurde.

Es ist vielleicht unsere letzte Chance, dass wir uns endlich ändern.

Was hat das mit unserem sportlichen Ansatz zu tun?

Der sportliche Wettkampf ist das klassische Beispiel für die Herausbildung von ganz speziellen Fertigkeiten, gerade im absoluten Spitzenbereich!

Doch leider hat sich auch im Breitensportbereich, indem es eher um Gemeinschaft und relative Leistungen gehen sollte, dieses Konkurrenzdenken immer mehr durchgesetzt. Wir machen uns zum Sieger und andere damit zum Verlierer – oder umgekehrt.

Grundwerte wie Fairness, Teamgeist, Gemeinschaft, Respekt werden plakativ – gerade in den sozialen Medien – propagiert. Wie viele leben diese Werte tatsächlich?

Wenn ich in Zeiten von Ausgangsbeschränkungen aufgrund des Corona-Virus beobachte, wie viele immer noch rücksichtslos das eigene Ego über alles stellen, macht mich das traurig – gerade weil es auch viele Ausdauersportler betrifft.

Und dann so passiert folgendes: (Marathon)-Laufveranstaltungen und Triathlons werden aufgrund der Corona-Gefahr zur Zeit reihenweise abgesagt, für viele Läufer- und Triathleten/-innen im ersten Moment ein Schock. Lang gehegte Ziele lösen sich unerwartet von einem Moment auf den anderen auf.

Nutzen wir die Corona-Chance!

Lassen wir im Sport für eine Weile das Vergleichen. Erkennen wir endlich, dass keiner von uns „etwas Besonderes“ ist, nur weil er eine ganz bestimmte Sache besser kann als andere.

Gemeinschaften wachsen, wenn Begabte ihre Talente nicht nur zur Schau stellen, sondern an andere weitergeben. Alle Mitglieder bringen sich mit ihren Stärken ein und übernehmen Verantwortung in Sinne der Sache. Immer mehr Menschen erkennen diese einmalige Gelegenheit – das macht optimistisch.

Auch ohne Wettkampf bleiben persönliche Herausforderungen reizvoll. Das sollen sie auch weiterhin – für uns selbst! Eine Idee, das zu realisieren finden sich in „FREE’n’SOLO.2020“.

Wir bleiben dabei: Im Sport zu lernen und im Leben umsetzen – dass ist das Motto des LEBENSATHLETEN.

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